Stellungnahme der UTA Akademie in Köln zu dem Artikel in der Süddeutschen Zeitung über die Sannyas Bewegung in den 80er Jahren
Mit großer Betroffenheit haben wir den Artikel in der Süddeutschen Zeitung über den Missbrauch in Osho-Gemeinschaften in der Vergangenheit gelesen. Die Berichte über Manipulation, Missbrauch und das Leid der betroffenen Kinder und junger Frauen in verschiedenen Sannyas-Gemeinschaften sind erschütternd.
Es gibt keine Entschuldigung oder Rechtfertigung für das, was in den 80er Jahren geschah. Es ist erschütternd, dass solche Vorfälle im damaligen Sannyas Umfeld stattgefunden haben und dass eine erschreckend hohe Zahl solcher Fälle existiert. Wir verurteilen diese Taten und die Strukturen, die sie ermöglicht haben, aufs Schärfste.
Unser Mitgefühl gilt den Betroffenen, die heute den Mut aufgebracht haben, ihre Geschichte zu erzählen. Ihre Stimmen sind wichtig, und wir erkennen das Unrecht an, das sie erlitten haben.
Die Tatsache, dass es so lange gedauert hat, bis diese Geschichten gehört und ernst genommen wurden, unterstreicht die dringende Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Sie lehrt uns, wie wichtig es ist, zurückzublicken, zu reflektieren und sicherzustellen, dass sich die Werte, für die wir heute stehen, deutlich von den dunklen Kapiteln der Vergangenheit unterscheiden. Dabei darf es keinen Platz für Verharmlosung oder Ignoranz geben.
Das UTA in Köln nimmt seine Verantwortung ernst und engagiert sich entschlossen für die Aufarbeitung der Vergangenheit. Neben den bereits bekannten Aspekten sind neue Erkenntnisse aufgetaucht, die noch untersucht werden müssen, jedoch nicht die Kölner Gemeinschaft betreffen. Gleichzeitig ist es uns ein wichtiges Anliegen, weiterhin sorgfältig zu prüfen, ob es in der Vergangenheit der Kölner Gemeinschaft relevante Ereignisse gab, die einer Aufarbeitung bedürfen.
Der Artikel in der Süddeutschen Zeitung könnte bei Menschen ohne eigenen Bezug zur damaligen Zeit den Eindruck erwecken, dass bestimmte Missstände unter Sannyasins allgemein bekannt und akzeptiert waren. Aus der Perspektive der Zeitzeugen, mit denen wir gesprochen haben, ist dies jedoch nicht der Fall gewesen.
Wir distanzieren uns klar von den Strukturen und Dynamiken, die in der Vergangenheit Missbrauch begünstigt haben. Spirituelle Gemeinschaften dürfen niemals Orte des Schweigens oder der Relativierung sein - sie sollten Orte der Achtsamkeit, des Respekts und des Schutzes sein.
Wir legen großen Wert auf geltende ethische Richtlinien, Transparenz, und klare Sicherheitsvorkehrungen, um sicherzustellen, dass solches Fehlverhalten nicht vorkommt und bilden aktiv sichere Räume, in denen Vertrauen und Verantwortung im Mittelpunkt stehen.
Falls es auch in der Commune in Köln Fälle gegeben haben sollte, von denen wir bislang nichts wissen, und ihr in irgendeiner Weise davon betroffen seid, laden wir euch ausdrücklich ein, euch bei uns zu melden. Bitte wendet euch per E-Mail an feedback@uta-cologne.de – unsere interne Vertrauensstelle (Surabhi Messerschmidt-Mount und Paramhans Tostado Moreno) werden sich umgehend und diskret bei euch zurückmelden. Selbstverständlich werden wir die Informationen vertraulich behandeln und auch intern nur mit eurem ausdrücklichen Einverständnis weitergeben.
Euer UTA Akademie Crew in Köln