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Macht Meditation glücklich?

Ein Interview mit Anando Würzburger

Ishu: Macht Meditation glücklich?

Anando: Auf jeden Fall! Denn in der Meditation verbinden wir uns mit etwas, was größer ist als wir selbst. Wir gewinnen Abstand zu unserem Verstand und seinen Urteilen und entdecken unser Sein. So sind wir wieder mehr mit dem verbunden, was im Leben wichtig ist. Wir können uns und unser Leben neu wertschätzen. Darüber hinaus können wir uns in der Meditation der inneren Haltung bewusst werden, die wir zu uns selbst haben. Vielleicht merken wir dann auch, wie wir uns ständig selbst verurteilen und dass wir uns nicht wirklich so annehmen können, wie wir sind. Es ist schwierig, in dir selbst zu ruhen, wenn du dich nicht leiden kannst.

I: Dann kann die Meditation auch dazu führen, dass du dich erstmal schlechter fühlst?

A: (lacht) Das stimmt, aber das ist ein wichtiges Durchgangsstadium. Erst wenn du dir bewusst wirst, wie dein Verstand dich ständig be- und verurteilt, kannst du auch Abstand gewinnen. Du bist nicht diese Gedankenmaschine, du kannst sie beobachten. Du kannst lernen selbst zu entscheiden, ob du dich mit den Gedanken identifzieren willst oder sie wie Wolken vorbeiziehen lässt. Natürlich braucht das Übung, aber schon bald kannst du das Heilsame des Meditierens bemerken: Du bist bei dir zuhause und das fühlt sich gut an. So kannst du auch deinen Körper neu wahrnehmen. Viele haben ja gerade in Bezug auf ihren Körper eine ablehnende Haltung. Und auch in Bezug auf ihre Gefühle. Meditation ist Integration. Das heißt, die verschiedenen Anteile deiner selbst können hier den Platz finden, wo sie hingehören. Das ist sehr heilsam und macht glücklich. Du musst nicht perfekt sein und du musst auch nicht deine Psyche im Griff haben. Wenn dir das bewusst wird, entsteht eine große Entspannung. Solange du gegen Anteile deiner selbst kämpfst, wirst du ein Problem haben. Das Heilsame der Meditation ist also, dass du allen Anteilen in dir ihren Platz geben kannst.

I: In der Uta-Akademie bietet ihr seit mehreren Jahren eine Ausbildung zum Meditations- und Entspannungstherapeuten an. Was ist das Anliegen dieser Ausbildung?

A: Die Basis dieser Ausbildung ist der Meditationslehrer, wo die Teilnehmer die Grundelemente des Meditierens lernen können und auch wie sie die später an andere vermitteln können. Gelehrt werden dabei nicht nur Meditationstechniken, sondern auch eine bestimmte innere Haltung. Dabei geht es um die Frage, was bei der Meditation hilfreich ist und was eher hinderlich. Hinderlich ist es zum Beispiel, wenn ich mich mit den Urteilen meines Verstandes identifiziere. Es geht um einen Bewusstwerdungsprozess: Bin ich der Verstand? Meistens identifizieren wir uns mit allen Kommentaren, die unser Verstand so von sich gibt: „Das ist gut, das ist schlecht.“ Wir nehmen das für bare Münze. Dabei sind das nur die Werte, die wir von zuhause und von der Gesellschaft mit bekommen haben. Es ist der Kompass, den wir gelernt haben. Handeln wir entsprechend dieser Bewertung werden fühlen wir uns "sicher" – handeln wir dagegen, wird unser Stresszentrum aktiviert. Dieser Mechanismus beeinflusst ganz stark unser Wohlbefinden. Wenn wir uns dessen nicht bewusst werden, kann das zu extremen Stress führen, weil wir vielleicht gelernt haben, alles 150prozentig zu machen. Was dann dazu führt, dass wir uns ständig überfordern, ein richtiges Arbeitstier werden und dann wohlmöglich einen Burn-Out bekommen.

I: Ein Grundelement der Meditation ist also ein Abstandnehmen von der Verstandesebene, die uns diktiert, wie wir eigentlich sein sollten?

A: Richtig. In der Meditation können wir lernen, den Verstand zu beobachten, die Gedanken laufen zu lassen, ohne auf den von ihnen vorgegebenen Zug aufzuspringen. Du entdeckst den Beobachter in dir. Es stärkt den frontalen Stirnlappen im Gehirn, der uns befähigt Emotionale Reaktionen und Handlungsimpulse wahr zu nehmen zu können. Es verhilft uns zu einem gesunden Abstand zu unseren Gefühlen. So können wir auch besser mit unangenehmen Erscheinungen umgehen. Wenn also ein Stresshormon in unserem Körper wirkt, muss ich nicht den Stress dadurch vergrößern, dass ich mich mit der negativen Bewertung identifiziere. Die Schulung des Beobachters ist wichtig. Durch ihn steigert sich die Stressresilienz und die Widerstandskraft unserer Psyche.

I: Aber wir haben ja nicht nur negative Gefühle, sondern auch positive. Soll ich die dann auch mit Abstand beobachten, wenn ich zum Beispiel überglücklich bin, weil ich mich gerade verliebt habe?

A: Ja, ich kann dann vielleicht merken, dass ich gerade voll im Hormonschub bin und die rosarote Brille auf habe. (lacht) Dabei geht es sicher nicht darum, dass man das nicht genießen soll, aber vielleicht kann man das dann mit mehr Gelassenheit sehen und auch da mit Achtsamkeit handeln.

I: Was sind neben dem Beobachten weitere Grundelemente der Meditation?

A: Osho spricht von den drei Grundelementen der Meditation: Beobachten, Nicht-Urteilen und Entspannen. Natürlich sind diese Elemente miteinander verknüpft. Zum Beispiel: Wenn du urteilst, dann beobachte das einfach. So kannst du eine urteilsfreie Haltung entwickeln. Andere Elemente, die auch wichtig sind, ist das Spielen und das Feiern. Feiern nicht mit Schnaps, sondern: Feiere dich! Das geht durch wahrnehmen und wertschätzen. In dem Moment, wo ich den Augenblick bewusst wahrnehmen und wertschätzen kann, in diesem Moment werden Glückshormone ausgeschüttet. Das ist eine Art Glück, die sich durchs Meditieren einstellt. Was man im Snaskrit Ananda oder Anand nennt, Glückseligkeit. Ein Moment von Glück, der nicht abhängig ist von dem, was ich mir gerade gekauft habe oder wer gerade nett zu mir war. Nein, das ist Freude am puren Da-Sein. Eine kostenfreie Angelegenheit.

I: Mittlerweile gibt es ja viele Anbieter für Meditation – es gibt Meditationstage im Kloster, Zen-Retreats oder Meditation auf NLP-Basis – was unterscheidet euch von anderen?

A: In der Ausbildung zum Meditationslehrer bieten wir hauptsächlich die Meditationstechniken von Osho an. Sie sind für Menschen unserer Zeit gemacht. Menschen, die viel Stress ausgesetzt sind: Überreizung durch die Medien, Überforderung am Arbeitsplatz, zu wenig Bewegung etc. Durch diese Art von Stress, der wir ausgesetzt sind, entsteht eine emotionale Ladung in Form von körperlicher Anspannung. Deswegen hat Osho Meditationen entwickelt, in denen es aktive und kathartische Phasen gibt, wo wir diese Spannung loslassen können. Danach ist es dann viel leichter, sich in Stille hinzusetzen. Osho hat immer wieder betont, dass es für die Menschen zu Buddhas Lebzeit viel leichter war, in Stille zu gehen. Die Leute damals haben körperlich gearbeitet und sich auch ansonsten natürlicher im Umgang mit ihren Emotionen – es gab weniger Spannung in ihrem System. Wir kommen aus der Hektik, leben mit einem hohen Stresspegel und wenn wir uns dann für eine Stunde still hinsetzen sollen, ist das sehr mühsam. Dann kann man seinen Stress beobachten, aber das ist keine sehr angenehme Erfahrung. Wenn man viel meditiert hat, kann man das machen – aber gerade für Anfänger ist es viel leichter, erst einmal Spannung abzubauen. Wie zum Beispiel in der Kundalini, wo du die ersten 15 Minuten den Körper sich schütteln lässt, dann 15 Minuten tanzt und erst dann 15 Minuten sitzt und liegst. Die Entspannung tritt also stufenweise ein: Du gehst von der Bewegung in die Stille. Deswegen nennt man sie „aktive Meditationen“, weil sie diese aktiven Bewegungselemente mit beinhalten. Und dann ist es wichtig, für sich herauszufinden, welche der verschiedenen Meditationstechniken dich anspricht, welche dir gut tut. Die sollte man dann über einen längeren Zeitraum machen. Dann merkt man, wie etwas in Balance kommt.

I: Man kann also bei Oshos aktiven Meditationen erstmal Dampf ablassen?

A: Ja, und sie setzen an unterschiedlichen Stellen an. So ist die Kundalini eine kathartisch reinigende Meditation, bei der Spannung über den Körper abgebaut werden kann. Die Dynamische ist auch eine kathartische Meditation – in ihr gibt es in der zweiten Phase zudem das Element des emotionalen Ausdrucks oder auch von Bewegungen, die spontan geschehen möchten. Beide Meditationen geben die Möglichkeit zum spontanen Ausdruck des Körpers. Wenn ich mich nur in Stille hinsetze und beobachte, ist dieses Moment des spontanen Flusses nicht enthalten. Ich glaube, dass dieses Element des spontan spielerischen Loslassens, was du in der Kundalini oder der Dynamischen findest, sehr wichtig für unsere Psyche ist. So geschieht einer ganz frühen Ebene Wachstum. Ein Baby entwickelt sich dadurch, dass es die Welt ganz spielerisch mit seinen Bewegungen erforscht und sich ausdrückt. Dieses Moment der spontanen Bewegungen ist in Oshos Meditationen enthalten. Dadurch kann sich unsere Seele ausdrücken und wir kommen auf einen tiefere Ebene von unserem Selbst. Ich arbeite ja auch viel mit den spontanen Bewegungen beim Katsugen Undo. Für viele ist es am Anfang sehr schwierig, sich spontan zu bewegen, weil wir eben gelernt haben, uns gezielt und kontrolliert zu bewegen: Der Verstand steuert den Körper. Dadurch geht ein wichtiges Element verloren, was uns Freude und Glück bescheren kann. In den spontanen Bewegungen sind wir mit unserem Innersten verbunden, können loslassen und uns dem fließenden der Lebensenergie hingeben.

I: Es geht dann also nicht nur darum, verstandesmäßige Konditionierungen aufzulösen, sondern auch körperliche?

A: Das geht ja miteinander einher. Je mehr ich vom Verstand dominiert bin, desto weniger Freiheit ist im Körper. Wenn wir den Körper einfach mal machen lassen, entsteht ein anderes Verhältnis zu ihm. Ich bekomme einen Zugang zu der Weisheit meines Körpers. Durch die spontanen Bewegungen werden die Gelenke weicher und die Muskeln entspannen sich. Der Körper wird insgesamt offener. Ich habe das selber erfahren, als ich anfing, die Kundalini-Meditation zu praktizieren. Damals studierte ich und war ein richtiger Bücherwurm, obwohl ich auch Sport machte. Auf jeden Fall hatte ich oft Kopfschmerzen. Die spontanen Bewegungen bei der Kundalini bewirkten dann, dass mein Körper sich durch verschiedene Spannungszonen arbeiten konnte. Die Spannungen im Nacken ließen nach und mein ganzer Körper veränderte sich, als die Kundalini über mehrere Wochen hinweg machte. Und meine Tendenz zu Kopfschmerzen hörte auf.

I: Man könnte jetzt ja auch sagen: Ich gehe joggen oder Fußballspielen und danach setze ich mich noch 5 Minuten hin und entspanne. Was ist dann der Unterschied zu den aktiven Meditationen?

A: Natürlich, wenn du zum Beispiel Fußball spielst, braucht es auch spontane Reaktionen des Körpers. Du musst instinktiv und schnell handeln und kannst nicht erst überlegen, gehe ich jetzt nach links oder rechts, denn dann ist der Ball weg. Da gibt es also eine Verbindung mit dem Instinkt des Körpers. Die entsteht nicht, wenn du Krafttraining an Geräten machst. Durch die immergleichen Bewegungen förderst du zwar die Muskulatur, aber auch den muskulären Panzer. Das Spontane wird dadurch nicht gerade gefördert. Wie gesagt, bei Ballsportarten wie Fußball, Basket- oder Volleyball braucht man das spontane Element. Und jemand, der solche Sportarten praktiziert, könnte die Fähigkeit zum spontanen Reagieren durch die Dynamische oder die Kundalini fördern. Im Unterschied zu den Meditationen werden die freien und zweckungebundenen Bewegungen beim Sport nicht gefördert. Doch gerade diese nicht zielgerichteten Bewegungen können uns mit einer tiefen Daseins-Ebene verbinden.

I: Ihr bietet eine Ausbildung zum Meditations- und Entspannungs“therapeuten“ an. Meistens versteht man ja unter Therapie die Aufarbeitung der Vergangenheit. Ist diese Art von Meditation auch Therapie?

A: Wenn du Therapie im Sinne von Heilung verstehst: Ja! Es ist jedoch nicht Teil der Ausbildung tiefsitzende Muster aus der Kindheit im Sinne einer psychotherapeutichen Begleitung aufzuarbeiten. Denn Heilung geschieht durch das Meditieren in der Person selbst, ohne, dass man in einen Dialog über die Ereignisse der Vergangenheit treten muss. Durch die Veränderung der Haltung sich selbst gegenüber geschieht vieles ganz von selbst. Selbstakzeptanz, Selbstrespekt und –liebe können ja gerade durch dieses Verbunden-Sein entstehen, das man in der Meditation erfahren kann. Wir können uns selbst und andere mehr so lassen, wie wir sind. Auf diesem Boden kann unser psychisches Wachstum als autonomer Prozess gedeihen. So wie ein Schmetterling der sich aus einem Kokon heraus windet und beginnt seine Flügel zu entfalten, entfaltet sich unser Wesen in all seinen Dimension und seinem Potential.

I: In der Ausbildung sollen die Teilnehmer dann ja auch lernen, Meditations- und Entspannungstechniken an andere zu vermitteln?

A: Genau! Wir üben auch das Anleiten der Meditation und die Haltung, mit der ich als Meditationslehrer präsent bin. Die innere Haltung, mit der du die Meditationen leitest, ist sehr wichtig. Durch einen Lehrer kommt etwas rüber oder eben auch nicht. Wichtig ist auch, nicht in die Falle zu treten, das „perfekte“ Meditieren vermitteln zu wollen. Dann würde sich die Katze in den Schwanz beißen, denn statt los zu lassen, würden wir nur weitere Spannungen aufbauen. (lacht) Auf jeden Fall ist Meditation immer ein ganz individueller Prozess. Es geht also auch darum, wen ich vor mir habe. Wie kann ich auf seine individuellen Bedürfnisse eingehen?

I: Gerade wenn du an die Dynamische denkst, so gibt es da ja durchaus auch Hürden, zum Beispiel 10 Minuten Springen. Was sagt da ein Meditationslehrer zu einem Teilnehmer, der darauf einfach keine Lust hat?

A: Wenn man keinen Bock hat, dann ist das ja auch nur eine Identifikation mit einem Kommentar des Verstandes. Dann schaut man sich das halt an. Da kommt auch das Wort „Disziplin“ mit rein. Wenn du über den Kommentar in deinem Verstand hinausgehen willst, lohnt es sich, einfach mal zu probieren, was passiert, wenn ich jetzt mal wirklich 10 Minuten springe? Manche sagen: Ich kann das nicht! Da gab es zum Beispiel in unserer letzten Ausbildung eine 73jährige, die hat jedem bewiesen, dass man das sogar noch mit 73 Jahren kann. Man kann sich da also auch selbst auf die Schliche kommen: Was traue ich mir zu? Und vielleicht kann ich auch einmal über die Grenzen hinausgehen. Und genauso wichtig ist es natürlich auch zu schauen: Wo mache ich mir selbst zu viel Druck? Wo will ich alles 150prozentig machen und verhindere gerade dadurch den spontanen Fluss? Es geht also darum, eine innere Balance zu finden: Einerseits über den inneren Schweinehund hinauszugehen und andererseits sich auch nicht von dem Perfektionisten dominieren zu lassen. Wir brauchen ja auch Herausforderungen und gleichzeitig müssen wir spüren, wo unsere Grenzen sind. Wenn ich also bei der Dynamischen 10 Minuten hüpfe und ich habe die ganze Zeit Seitenstiche, ist das ganz sicher nicht Sinn der Sache! (lacht) Dann ist wichtig zu gucken, wie kann ich das so machen, dass es lockerer wird. Wo mache ich es mir selber schwer und nehme mir die Luft zum Atmen weg? Es geht also um Balance. Das ist eine wichtige Art der Auseinandersetzung, die dazu führt, dass wir besser mit uns verbunden sind. Und gerade das wird uns auch bei den Herausforderungen helfen, die der Alltag mit sich bringt.

I: Wir haben viel über Meditation gesprochen – worum geht es beim „Entspannungstherapeuten“?

A: Da geht es u.a. auch um bestimmte Entspannungstechniken wie autogenes Training oder die Jacobsen-Methode, die auch von den Krankenkassen anerkannt sind. Es ist ja das Anliegen der Ausbildung, dass die Teilnehmer später selber Kurse mit diesen verschiedenen Techniken anbieten können. Beim Entspannungstherapeuten kann man noch einmal spezifisch in bestimmte Schwerpunkte eintauchen. Wie zum Beispiel: Atmung, Erdung, Arbeit mit dem Hara. Da werden dann auch Übungen aus dem Qi Gong oder Tai Chi vorgestellt, die für Erdung und Zentrierung hilfreich sind. Oder es gibt einen Abschnitt, wo es um bestimmte Gesprächstechniken geht: Wie kann ich Leuten in ihrem Meditationsprozess unterstützen? In einem anderen Abschnitt geht es um die wissenschaftliche Forschung zur medizinischen Wirkung von Meditation. Wissenschaftliche Erkenntnisse können für uns sehr motivierend sein. In einem weiteren Abschnitt geht es um geleitete Meditationen, wo man lernt die Teilnehmer einzuladen, in den Moment hineinzuspüren, z.B. wie sich der Körper gerade anfühlt oder welche Gedanken gerade präsent sind… Gerade zum Anfang eines Seminars ist es sehr hilfreich, wenn die Teilnehmer sich erstmal auf die Atmosphäre im Raum einstimmen können. Dass sie sich selbst spüren können, um anzukommen. 

I:  Ihr bietet diese Ausbildung jetzt zum fünften Mal an – wie ist das Feedback der Teilnehmer? Gibt es Rückmeldungen, wie die Teilnehmer diese Ausbildung in der Praxis anwenden?

A: Unsere Teilnehmer wenden die Ausbildung in unterschiedlichster Weise an. Da gibt es immer auch einige, die anfangs sagen, dass sie die Seminare nur für sich selbst machen wollen. Doch dann entdecken viele die Freude am Teilen. Und sie fangen an, mit Freunden zuhause zu meditieren oder Meditationen in ihrer Firma anzubieten. Oft entsteht da eine Nachfrage, weil die Menschen um sie herum merken, dass sich etwas in ihrem Leben verändert hat. Dass sie vielleicht freundlicher, entspannter und weniger gestresst sind. Das macht andere neugierig. Manchmal entstehen so ganz spontan Meditationskurse. Dann gibt es Teilnehmer, die die Meditationen im Rahmen von Managementkursen anbieten, oder Kurse leiten, die mittlerweile von vielen Krankenkassen bezuschusst werden. Wir hatten auch schon einen Teilnehmer, der ehrenamtlich über einen langen Zeitraum die Dynamische und die Kundalini in einer Jugend Justizvollzugsanstalt angeboten hat. Oft haben wir in der Ausbildung auch Leute, die selber einen Burn Out hatten und die sich zwangsläufig eine andere Haltung zum Leben erarbeiten müssen. Gerade die haben dann oft den Wunsch sich umzuschulen oder auch ihre Kollegen mit den Meditationen bekannt zu machen. Da ist ein enormer Bedarf!

I: Was sind die Voraussetzungen, um an der Ausbildung teilnehmen zu können?

A: Uns ist es wichtig, dass die Teilnehmer die Meditationstechniken von Osho schon kennen. Es ist also eine Vorbedingung, dass man schon mal ein Meditationswochenende gemacht hat und zumindest die Kundalini und die Dynamische ausprobiert hat. In den Trainings haben wir dann immer eine interessante Mischung: Es gibt Teilnehmer, die Oshos Meditationen schon lange praktizieren und andere, die sie noch nicht so lange kennen.

I: Wie verändern sich die Teilnehmer im Rahmen der Ausbildung? ! Das ist natürlich individuell verschieden. Für viele entsteht durch die Entdeckung und Wertschätzung des Augenblicks eine ganz neue Gewichtung in ihrem täglichen Leben. Viele fragen sich auf einmal: Muss ich all den Luxus wirklich haben? Muss ich mir jetzt wirklich für das neueste Auto ein Bein ausreißen? Es entsteht eine neue Gewichtung: Eigentlich brauche ich viele Dinge gar nicht – viel wichtiger ist, dass ich Zeit für mich habe. Und diese Veränderung geschieht nicht durch Nachdenken, sondern weil in mir eine größere Zufriedenheit und Verbundenheit entsteht – eine Glückseligkeit, die nicht von äußeren Dingen abhängig ist.

I: Das ist also eine Art von Glück, die man üben kann?

A: Auf jeden Fall! Glücklich-Sein kann man genauso üben wie Unglücklich-Sein. In diesem Zusammenhang ist es ganz wichtig zu verstehen, dass der Verstand funktioniert wie eine Problemlösungsmaschine ist. Deswegen beißt er sich auch so gerne an Problemen fest und sieht dann nur noch das Problem, das sofort erledigt werden muss: „Dann ist alles wieder gut!“ Aber so funktioniert das Leben nicht, denn hinter jedem Problem wartet ja schon das nächste. So fokussiert man ausschließlich auf das Negative. In der Meditation verändert sich der Fokus. Du lernst inne zu halten und loszulassen. Du kannst etwas Größeres wahrnehmen – jenseits aller Probleme und das schafft eine viel tiefere Zufriedenheit.


Macht Meditation glücklich?